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Von: Martin Gruber
22.04.2020

„Schwierigste Phase meiner Amtszeit“

Interview mit Vorstand Franz Hörner zur Corona-Krise

Franz Hörner - 1. Vorstand

Seit Wochen geht nichts mehr. Kein Fußball, kein Spartensport, kein Vereinsleben. Das Corona-Virus hat den gesamten organisierten Sport im Lande lahmgelegt. Wie wirkt sich die Pandemie konkret auf den SVN aus? Hier ein Interview mit Vorstand Franz Hörner.

Hatte Corona auch Folgen für den SVN?

Allerdings. Das Starkbierfest musste abgesagt, das Trainingslager unserer Seniorenmannschaften in Pilsen abgebrochen werden. Weil das Vereinsheim dichtgemacht hat, gib es keine Stammtische, keine Spielerversammlungen und geplanten Feiern mehr.  Sport- und Spielplätze bzw. Turnhalle sind gesperrt. Heißt: Unsere Sparten Gymnastik, Stepp-Aerobic, Bodyflow, Jazzdance, Boccia, Eltern-Kind-Turnen und Tanzen haben ihren Betrieb eingestellt. Dass unsere Jugend-, AH- und Seniorenmannschaften keine Fußballspiele mehr austragen dürfen, ist besonders tragisch.

… trotzdem werden Sportanlagen und Vereinsheim weiter gepflegt, oder?

Ja klar. Wir waren zwar wegen behördlicher Anweisungen etwas unsicher, sind aber der Meinung, dass die Rasenplätze unbedingt gemäht, gedüngt und gewalzt werden müssen, um größere Schäden zu vermeiden. Solche Arbeiten werden ja nur von Einzelpersonen durchgeführt. Und im Vereinsheim schaut unsere Wirtin gewissenhaft nach dem Rechten.

Wie sieht es mit finanziellen Einbußen aus?

Wie erwähnt, fehlen schon mal die Einnahmen durch das Starkbierfest. Vereinsheim-Pacht verlangen wir natürlich auch nicht, obwohl regelmäßige Unkosten wie Strom, Heizung, Müll und Wasser weiterlaufen. Bezüglich Trainerhonorare haben wir uns schnell einigen können - auch weil uns der Coach entgegengekommen ist. Natürlich geht es auch um die Gelder aus den Punktespielen. Aber das betrifft zunächst einmal unseren SG-Partner SV Engertsham…

Gab es da schon Gespräche?

Noch nichts Konkretes. Wenn die Saison im September fortgesetzt wird, sind diese Spiele meines Erachtens in Engertsham auszutragen, damit die Einnahmen dort verbleiben. Das letzte Heimspiel gegen Beutelsbach und die Saisonabschlussfeier sollten – wie vereinbart – in Neukirchen stattfinden.

Apropos Wiederaufnahme des Spielbetriebs im September: Wie stehst Du dazu?

Wir bzw. unsere Abteilungsleiter haben bei der Befragung des BFV dagegen gestimmt. Mir wären ein Saisonabbruch und ein Neustart der Saison im September lieber gewesen. Ich finde, man könnte das Ganze jetzt dafür nutzen, dass die Saison künftig in einem Kalenderjahr stattfindet. Also von März bis Oktober.

Verhalten sich Politik und Verband Deiner Meinung nach in der Krise angemessen gegenüber Sportvereinen?

Die Sportvereine haben dem BLSV ja ihre Schäden online melden können. Insgesamt dürften das mehr als 200 Millionen Euro sein. Deshalb hat der Verband die Politik auch um einen Schutzschirm „zur Sicherung der Sportlandschaft“ gebeten. Innenminister Herrmann hat alle SportlerInnen und Ehrenamtlichen gebeten, an einem Strang zu ziehen. Mehr ist für kleinere Vereine nicht drin. Weil wir lauter Ehrenamtliche haben, betrifft uns das Thema Kurzarbeit ja auch nicht.

Ist die Corona-Krise die schwierigste Phase Deiner doch recht langen Amtszeit?

Mit Sicherheit. Es geht um die Gesundheit und die Fitness der Menschen. Bei der letzten Jahreshauptversammlung im Dezember konnte niemand ahnen, dass zweieinhalb Monate später ein Virus den gesamten organisierten Sport in Deutschland - und somit auch unseren Verein - komplett lahmlegt. Aber: Die Gesundheit der Menschen geht vor. Wir können nur hoffen, dass wir bald wieder Sport treiben können. Und zwar dort, wo’s am meisten Spaß macht: Beim SVN.

 

 

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